Nachhaltigkeit im Büro: Kleine Entscheidungen mit großer Wirkung

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Nicole LütteckeNachhaltigkeit beginnt oft im Kleinen. Wir zeigen, wie Unternehmen mit bewusster Beschaffung, langlebigen Produkten, gebündelten Bestellungen und digitalen Prozessen Ressourcen und Kosten sparen können.

Nachhaltigkeit im Unternehmen beginnt nicht erst bei großen Investitionen oder einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie. Gerade im Büroalltag gibt es viele kleine Entscheidungen, mit denen sich Ressourcen schonen, Abfälle reduzieren und gleichzeitig Kosten und Aufwand senken lassen.
Vom Büromaterial über Bestellprozesse bis hin zu Drucktechnik, Digitalisierung und Büroeinrichtung: Wir zeigen, wo Unternehmen ansetzen können.
1. Bewusster einkaufen
Bewusste Beschaffung bedeutet nicht, einfach nur Produkte auszuwählen, die als „grün“ beworben werden. Interessant ist der Blick auf den gesamten Produktlebenszyklus. Wie lange kann ein Produkt genutzt werden? Ist es nachfüllbar? Besteht es teilweise aus Recyclingmaterial? Kann es repariert werden? Wie aufwendig ist die Verpackung? Gerade bei regelmäßig benötigtem Bürobedarf können viele kleine Entscheidungen über das Jahr hinweg einen Unterschied machen.
2. Bestellungen clever bündeln
Heute ein Paket Kopierpapier, morgen Ordner und übermorgen neue Tonerkartuschen? Viele einzelne Bestellungen verursachen nicht nur zusätzlichen internen Aufwand, sondern auch zusätzliche Verpackungen und Transporte. Eine gut organisierte Beschaffung und die Bündelung von Bestellungen können dabei helfen, die Anzahl einzelner Bestellvorgänge, Verpackungen und Anlieferungen zu reduzieren. Besonders für Unternehmen mit mehreren Abteilungen oder Standorten lohnt es sich deshalb, die eigenen Bestellprozesse regelmäßig zu überprüfen.
3. Papier dort sparen, wo es sinnvoll ist
Das komplett papierlose Büro ist für viele Unternehmen weder realistisch noch notwendig. Trotzdem gibt es zahlreiche Prozesse, bei denen Papier heute nicht mehr gebraucht wird. Rechnungen, Verträge, Personalunterlagen oder Freigabeprozesse können beispielsweise digital organisiert werden. Dokumentenmanagement-Lösungen wie DocuWare ermöglichen es, Informationen zentral abzulegen, schnell wiederzufinden und digitale Workflows aufzubauen. So können papierbasierte Arbeitsschritte reduziert und gleichzeitig Arbeitsabläufe vereinfacht werden.
4. Die Druckerlandschaft überprüfen
Wie viele Drucker stehen eigentlich im Unternehmen? Wie alt sind die Geräte? Wie viel wird tatsächlich gedruckt? Eine Analyse der Druckerlandschaft kann zeigen, welche Geräte tatsächlich benötigt werden, wie sie ausgelastet sind und wo sich Druckvolumen oder Verbrauchsmaterialien reduzieren lassen. Managed-Print-Konzepte betrachten deshalb nicht nur einzelne Drucker, sondern die gesamte Druckumgebung eines Unternehmens.
5. Auf Qualität und Langlebigkeit setzen
Nicht immer ist eine Neuanschaffung die beste Lösung. Häufig ist es sinnvoller, Produkte möglichst lange zu nutzen. Das gilt für Büromaterial ebenso wie für technische Geräte oder Büromöbel. Qualität, Reparaturmöglichkeiten und eine langfristige Nutzbarkeit sollten deshalb bei Investitionsentscheidungen eine wichtige Rolle spielen. Auch bei der Büroeinrichtung lohnt es sich, vorausschauend zu planen. Flexible Möbel und Arbeitsplatzkonzepte können sich an veränderte Anforderungen anpassen und müssen nicht bei jeder Veränderung komplett ersetzt werden.
6. Auch kleine Veränderungen zählen
LED-Beleuchtung, konsequente Mülltrennung, Mehrwegprodukte, nachfüllbare Schreibgeräte, Recyclingpapier oder das Ausschalten nicht benötigter Geräte wirken zunächst wie Kleinigkeiten. Doch gerade Maßnahmen, die täglich von vielen Mitarbeitenden umgesetzt werden, können über Monate und Jahre den Verbrauch von Energie, Papier und Einwegprodukten reduzieren.
Gut zu wissen: Neue Regeln gegen Greenwashing
Auch die Kommunikation über Nachhaltigkeit verändert sich. Mit der EU-Richtlinie 2024/825 werden die Vorgaben für Umweltaussagen verschärft. Die neuen Regeln sind ab dem 27. September 2026 anzuwenden.
Pauschale Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „grün“ oder „ökologisch“ sind künftig nur zulässig, wenn die dafür erforderliche anerkannte hervorragende Umweltleistung nachgewiesen werden kann. Auch für Nachhaltigkeitssiegel und bestimmte Aussagen zur Klimaneutralität gelten strengere Vorgaben.
Für Unternehmen bedeutet das vor allem: konkret und nachvollziehbar statt pauschal kommunizieren. Statt ein Produkt beispielsweise allgemein als „umweltfreundlich“ zu bezeichnen, können konkrete und belegbare Eigenschaften genannt werden – etwa ein bestimmter Recyclinganteil, die Nachfüllbarkeit oder eine nachgewiesene Energieeffizienz. Das schafft Transparenz und hilft Kunden, Umweltaussagen besser einzuordnen.
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zusammendenken
Bewusster mit Ressourcen umzugehen, muss nicht automatisch bedeuten, mehr Geld auszugeben. Weniger Einzelbestellungen, langlebigere Produkte, eine bedarfsgerechte Druckerlandschaft, digitale Prozesse und eine durchdachte Büroeinrichtung können dazu beitragen, Verbrauch, Kosten und internen Aufwand zu reduzieren. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Maßnahmen gleichzeitig umzusetzen. Viel wichtiger ist es, die eigenen Prozesse anzuschauen und dort anzufangen, wo Veränderungen sinnvoll und dauerhaft umsetzbar sind.
Es ist gut, heute schon an morgen zu denken.
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